Lexikon
Die Begriffe, die in den Artikeln auf dieser Seite vorkommen, kurz erklärt. In jedem Artikel zeigt ein Begriff seine Erklärung, wenn du mit der Maus darauf zeigst.
A
Ambitionierte OKRs: OKRs, die auf herausfordernde, aber erreichbare Ergebnisse zielen und in etwa zu 70 Prozent erreicht werden.
Anti-Utopie: Der spöttische Doppelgänger der Utopie, der utopische Versprechen angreift und die Idee selbst infrage stellt, anstatt alternative Visionen zu entwickeln.
B
Backcasting: Ein Planungsverfahren, das vom gewünschten Zielzustand aus rückwärts die Schritte, Meilensteine und Verantwortlichkeiten ableitet, die dorthin führen.
Balanced Scorecard: Ein Steuerungsmodell, das strategische Ziele über vier Perspektiven beschreibt und jede davon mit Kennzahlen hinterlegt.
Bedürfnisbefriedigung auf Knopfdruck: Die Utopie einer Gesellschaft, in der Technologie alle Bedürfnisse sofort erfüllt, ohne Systeme zu hinterfragen.
C
Commitment: Eine messbare Zusage, die ein Team im Quartal vollständig einlösen will, nicht nur teilweise.
D
Differenzierung: Die Strategie, einen Vorteil aufzubauen, der vom Kunden auch wahrgenommen werden kann.
Direktauftragswertgrenze: Der Auftragswert, unterhalb dessen ein öffentlicher Auftraggeber direkt beauftragen darf, ohne ein förmliches Vergabeverfahren durchzuführen.
Dystopie: Utopies „böser Zwilling“, der negative Gesellschaftsvisionen wie totale Überwachung, autoritäre Unterdrückung oder ökologische Katastrophen darstellt, um vor möglichen Entwicklungen zu warnen.
E
Emergente Strategie: Ein Handlungsmuster, das sich ohne vorherige Absicht herausbildet, teils sogar entgegen der geplanten Absicht.
G
Go-to-Market-Strategie: Der Plan, über welche Kanäle, mit welcher Botschaft und zu welchen Kosten ein Angebot seine Zielgruppe erreicht.
I
IROS: Levitas’ Methodenrahmen, der Utopie als Prozess der dreistufigen Gesellschaftsneuordnung versteht: Analyse, Konstruktion und grundlegende Möglichkeit der Vorstellungskraft.
ISO/IEC 42001: Die internationale Norm für ein KI-Managementsystem, also für den strukturierten Umgang mit Risiken und Chancen von KI.
K
Kernideologie: Die Verbindung aus Kernwerten und Unternehmenszweck, die unabhängig von Markt, Produkt und Führungswechsel bestehen bleibt.
Key Result: Messbares Ergebnis, an dem sich ablesen lässt, ob das Objective erreicht wurde.
KI-Agent: Ein Softwaresystem, das eine Aufgabe in mehreren Schritten selbst plant, dafür andere Programme aufruft und das Ergebnis zurückliefert.
KI-Governance: Die Gesamtheit der Regeln, Rollen und Nachweise, mit denen ein Unternehmen den Einsatz von KI-Systemen steuert und dokumentiert.
KI-Kompetenz: Die Fähigkeiten, die Kenntnisse und das Verständnis, die es ermöglichen, KI-Systeme sachkundig einzusetzen und sich der Chancen und Risiken bewusst zu werden.
KI-Reifegrad: Der Reifegrad beschreibt, wie weit ein Unternehmen bei Datenqualität, Prozessdokumentation, IT-Infrastruktur und Kompetenzen ist, gemessen als Ausgangspunkt vor dem ersten KI-Projekt.
KI-Reifegradmodell: Ein Bewertungsraster, das den Entwicklungsstand eines Unternehmens beim Einsatz künstlicher Intelligenz auf mehreren Dimensionen in Stufen abbildet.
Kostenführerschaft: Die Strategie, die Leistung einer Branche dauerhaft zu den niedrigsten Kosten zu erbringen; je Geschäft gibt es nur einen Kostenführer.
Kundenakquisekosten (CAC): Die Summe aus Vertriebs- und Marketingkosten für ein Produkt, geteilt durch die Zahl der in einem Zeitraum gewonnenen Kunden.
L
Large Language Model (LLM): Ein Sprachmodell, das aus großen Textmengen gelernt hat, Wortfolgen fortzusetzen, und dadurch Texte schreiben, zusammenfassen und übersetzen kann.
Leitbild: Das übergeordnete Dokument, das Selbstverständnis, Ziele und Grundprinzipien eines Unternehmens zusammenfasst und die Vision einschließt.
Lernorientierte OKRs: Experimentelle OKRs, die auf Erkenntnisgewinn statt auf konkrete Ergebnisse zielen, etwa bei innovativen Projekten oder neuen Marktchancen.
Losgrundsatz: Die Vorgabe, größere Aufträge in Teillose zu zerlegen, damit sich auch kleinere Unternehmen bewerben können.
M
Management by Objectives (MBO): Ein Führungsansatz, bei dem Vorgesetzte und Mitarbeitende Ziele gemeinsam vereinbaren und die Leistung an der Zielerreichung gemessen wird.
Markterkundung: Die geregelte Erhebung von Marktinformationen vor Beginn eines Vergabeverfahrens, um die Auftragsvergabe vorzubereiten.
Micromanagement: Kontrollierendes Führungsverhalten mit enger Begleitung von Arbeitsprozessen, geringer Delegation und häufigen Eingriffen in operative Entscheidungen.
Moal: Ein mittelfristiges Ziel (Midterm Goal), das zwischen dem zeitlich stabilen Unternehmenszweck und den terminierten Objectives eines Zyklus vermittelt.
N
NCT: Ein Zielsetzungs-Framework, das ein Quartalsziel als kurze Erzählung formuliert, sie mit messbaren Zusagen unterlegt und die geplante Arbeit dazu benennt.
NIST AI RMF: Ein freiwilliges Rahmenwerk für den Umgang mit KI-Risiken, aufgebaut aus den vier Funktionen govern, map, measure und manage.
O
Objective: Qualitatives, richtungsweisendes Ziel, das die strategische Richtung für einen Zeitraum vorgibt.
OKR (Objectives and Key Results): Ein Zielsetzungs-Framework, das ein qualitatives Ziel (Objective) mit messbaren Ergebnissen (Key Results) verbindet.
OKR-Zyklus: Der wiederkehrende Zeitraum von meist drei bis vier Monaten, in dem ein Set aus Objectives und Key Results gilt und am Ende ausgewertet wird.
Operative Exzellenz: Die Fähigkeit, dieselben Tätigkeiten wie die Wettbewerber besser, schneller oder günstiger auszuführen.
P
Pilotprojekt: Ein Pilotprojekt ist die zeitlich begrenzte Erprobung eines Anwendungsfalls im echten Betrieb mit echten Daten, mit dem Zweck, vor der breiten Einführung eine Entscheidung über Fortführung oder Abbruch zu treffen.
Product-Market-Fit: Der Zustand, in dem ein Angebot das Bedürfnis eines klar benannten Marktes so trifft, dass Kundinnen und Kunden es wiederholt kaufen.
Prognose: Eine Aussage darüber, welcher Zustand mit welcher Wahrscheinlichkeit eintritt, meist als Fortschreibung bestehender Daten.
R
ROI: Der Return on Investment setzt den zusätzlichen Ertrag oder die eingesparten Kosten eines Projekts ins Verhältnis zu den dafür aufgewendeten Mitteln, gerechnet über einen definierten Zeitraum.
S
Strategie: Die Menge der Entscheidungen darüber, für wen ein Unternehmen welchen Wert schafft und wodurch es sich dabei von Wettbewerbern unterscheidet.
Strategie-Reifegrad: Die Fähigkeit eines Unternehmens, eine Richtung festzulegen, in überprüfbare Ziele zu übersetzen, Entscheidungen darüber zu treffen und Ressourcen entsprechend zu binden.
Strategiekaskade: Die stufenweise Übersetzung eines Unternehmensziels in Bereichs-, Team- und Individualziele.
Strategische Positionierung: Die Entscheidung, welchen Wert ein Unternehmen schafft und wodurch dieser Wert anders entsteht als bei Wettbewerbern.
Strategy Choice Cascade: Ein Entscheidungsrahmen aus fünf verbundenen Fragen, der von der Gewinnambition bis zu den nötigen Managementsystemen führt.
Strategy Sprint: Zweitägiger Workshop, in dem ein Unternehmen sein Zielbild schärft und die Prioritäten für die nächsten Monate festlegt.
Stretch Goal: Ein bewusst so hoch angesetztes Ziel, dass eine vollständige Erreichung nicht erwartet wird.
Szenario: Ein in sich schlüssiger Entwurf einer möglichen Zukunft, entwickelt ohne Anspruch darauf, dass er eintritt.
T
Trade-off: Eine Entscheidung zwischen unvereinbaren Aktivitäten, bei der mehr von einem zwangsläufig weniger von einem anderen bedeutet.
U
Unternehmensvision: Das angestrebte Zukunftsbild eines Unternehmens, das Richtung gibt und Entscheidungen begründet, ohne einzelne Maßnahmen vorzuschreiben.
Use Case: Ein Use Case ist ein einzelner, abgegrenzter Arbeitsablauf, in dem eine KI-Anwendung ein konkretes Ergebnis liefert, zum Beispiel die Vorqualifizierung eingehender Angebotsanfragen.
Utopie als Methode: Ein von Ruth Levitas entwickeltes Konzept, das Utopie nicht als Endzustand, sondern als Prozess der imaginären Neuordnung von Gesellschaft versteht.
V
Value Proposition: Das Versprechen, welche Art von Wert ein Unternehmen für welche Kundschaft zu welchem relativen Preis schafft.
Value Proposition Canvas: Ein Werkzeug, das ein Kundenprofil aus Jobs, Pains und Gains dem eigenen Angebot gegenüberstellt und beide Seiten auf Passung prüft.
Verbindliche OKRs: OKRs, die erreicht werden müssen, oft verbunden mit operativen Zielen, die für den Geschäftserfolg kritisch sind.
Visionsintegration: Das Ausmaß, in dem Mitarbeitende die Vision ihrer Organisation verstehen, teilen und auf die eigene Arbeit anwenden.
Z
Zentrale Beschaffungsstelle: Eine Stelle, die Güter und Leistungen gebündelt für mehrere öffentliche Auftraggeber beschafft.
Zielbild: Die Beschreibung eines angestrebten Zustands der Organisation in zwei bis fünf Jahren, formuliert als Ergebnis, nicht als Aktivität.
Zukunftsbild: Eine konkrete, gemeinsam geteilte Beschreibung des Zustands, den eine Organisation in zehn bis fünfzehn Jahren erreichen will.
