Transformative Neuaufstellung der SPD Soest

Die SPD Soest gestaltet Kommunalpolitik in einer westfälischen Kreisstadt – ich habe mit einer Digitalstrategie ihre Parteiarbeit neu aufgestellt.

Der Kunde

Die SPD Soest ist der Ortsverein der Sozialdemokraten in der Kreisstadt Soest, rund 48.000 Einwohner, auf halbem Weg zwischen Dortmund und Paderborn. Sie gestaltet Kommunalpolitik im Stadtrat und in den 18 Ortsteilen – von Bildungs- und Sozialpolitik über Klimaschutz bis zur Stadtentwicklung. Der Ortsverein ist Teil des SPD-Kreisverbands Soest; Jens Behrens vertritt den Kreis Soest im Bundestag.

Politisch bewegt sich die SPD in einer Stadt, die von 1999 bis 2025 durchgehend von der CDU geführt wurde. Der Ortsverein trägt eine Ratsfraktion, engagierte Mitglieder und offene Stammtische. Über ihre Website und Social-Media-Kanäle wie Instagram, Facebook und TikTok kommuniziert sie Positionen zu lokalen Themen – von „Soest Klimaneutral 2030“ bis zur Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung.

Die Ausgangslage

Im Januar 2020 wurde Bärbel Dittrich zur Bürgermeisterkandidatin der SPD Soest aufgestellt. Vor ihr lag der Weg bis zur Kommunalwahl am 13. September 2020. Ich begleitete die SPD auf diesem Weg.

Corona war zu diesem Zeitpunkt schon da. Die Pandemie hatte den Alltag erfasst, und was bis dahin selbstverständliche Wahlkampfarbeit war, fiel nach und nach weg. Die SPD Soest verteilte traditionell rote Rosen auf den Straßen. Doch die Menschen wollten sie nicht mehr annehmen, weil an alles Corona-Hygiene denken ließ. Tür-zu-Tür-Werbung scheiterte: Selbst mit Maske öffneten viele die Tür nicht mehr.

Der Wahlkampf musste komplett umgestellt werden. Daraus entstand der Auftrag, eine Digitalstrategie für die Parteiarbeit zu entwickeln: digitale Werkzeuge für Kommunikation und Wahlkampf nutzbar machen, Mitgliederbindung stärken und die SPD Soest als moderne Kommunalpartei positionieren.

Der Ansatz

Die Krise erzwang den digitalen Neustart. Statt die gewohnten Formen zu erzwingen, wurde die gesamte Wahlkampf- und Parteiarbeit auf digitale Kanäle verlegt. Der tragende Gedanke: die Pandemie nicht als Hindernis, sondern als Beschleuniger der Modernisierung zu nutzen – und die digitalen Werkzeuge so zu etablieren, dass sie über den Wahlkampf hinaus Bestand haben. Social Media wurde zum primären Kommunikationsmittel, virtuelle Events ersetzten Präsenzveranstaltungen, Zoom-Calls traten an die Stelle der Stammtische.

Die Arbeit

Der Wahlkampf verlagerte sich auf Instagram, Facebook und TikTok – kurze, formathafte Beiträge, die lokale Themen auf den Punkt brachten. Virtuelle Veranstaltungen ersetzten die traditionellen Informationsstände und Wahlversammlungen. Die interne Parteiarbeit ging ebenfalls online: Mitgliederversammlungen und Stammtische fanden als Zoom-Calls statt, Diskussionen wurden digital geführt, Positionen über Social Media kommuniziert. Die Digitalstrategie umfasste sowohl die nach außen gerichtete Wahlkampfkommunikation als auch die interne Parteiarbeit – beide wurden auf digitale Formate umgestellt und parallel geführt. Mein Mandat endete mit der Wahl am 13. September 2020.

Was daraus wurde

In der Kommunalwahl 2025 holte die SPD Soest das Bürgermeisteramt zurück. Marcus Schiffer gewann die Stichwahl am 28. September 2025 mit 58,7 Prozent der Stimmen gegen die CDU – der erste SPD-Bürgermeister in Soest seit 1999. Die digitale Infrastruktur, die 2020 aus der Pandemie heraus entstanden war, blieb über den Wahlkampf hinaus bestehen und wurde zur dauerhaften Grundlage der Parteiarbeit.

Was dabei entstand, war mehr als ein neuer Kommunikationskanal. Die Digitalisierung brachte zwei Gruppen zusammen, die sich am traditionellen Stammtisch selten begegneten. Die altgedienten Genossinnen und Genossen wurden mitgenommen – ihre Erfahrung und institutionelle Erinnerung blieben in der Partei. Gleichzeitig öffnete sich eine Tür, die bisher verschlossen war: junge Mütter und Väter, die abends nicht zum Stammtisch kommen konnten, nahmen plötzlich an Zoom-Calls teil und machten Kommunalpolitik vom Sofa aus mit. Aus einer Krise, die die Parteiarbeit zu lähmen drohte, wurde eine parteiinterne Öffnung, die neue Gesichter in die Arbeit brachte.


So arbeite ich

Digitale Transformation ist kein Projekt, das man abschließt – sie beginnt oft mit einer Krise, die etablierte Routinen unmöglich macht. Ich nutze diesen Moment, um Strukturen aufzubauen, die nach dem Mandat weiterlaufen: was als Notfallreaktion begann, wird zur neuen Normalität.